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Zug der Zeit: Drei Zylinder

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Der Matrix 1.5 CRDi: Das italienische Karosseriedesign von Pininfarina wirkt ansehnlich, macht den Matrix aber kleiner und höher als er tatsächlich ist.
Der Matrix 1.5 CRDi: Das italienische Karosseriedesign von Pininfarina wirkt ansehnlich, macht den Matrix aber kleiner und höher als er tatsächlich ist.
Audi im A2, VW im Lupo und Seat im Arosa sowie der Smart haben es der modernen Auto-Welt vorgemacht: 3-Zylinder-Motoren von heute mit der Technik von morgen sind in der Lage, die Leistung eines Vierzylinders mit der Sparsamkeit zu verbinden, die man eben erst dann erreicht, wenn man auf eine Brennkammer verzichtet. Nun bietet auch der koreanische Hersteller Hyundai einen sparsamen Dreizylinder-Dieselmotor für seine beiden Erfolgsmodelle Accent und Matrix an: Mit dem 1,5 CRDi hat der führende Hersteller aus dem kleinen Tigerstaat in Südostasien einen flüssigkeitsgekühlten Viertakt-Reihenmotor auf den Markt gebracht, der mit Turbo, Direkteinspritzung und Ladeluftkühlung versehen ist, 60 kW/82 PS und 187 Nm Drehmoment hat. Das Aggregat von moderner Bauart, mit Common-Rail von Bosch versehen, verfügt sogar über eine Ausgleichswelle, die den unrunden Lauf des Dreizylinders glättet und seine Vorzüge unterstützt.
Im Hyundai Accent wirkt der agile Motor fast wie das Triebwerk in einer Rakete: Selbst am Berg geht der immerhin nahezu 1200 Kilo (inkl. Fahrer) wiegende Kompaktwagen sportlich ab. 187 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2000 U/min. reichen überdies auch für stattliche Beschleunigungswerte: Gerade 14 Sekunden bis 100 km/h, 170 km/h Spitze, das reicht in der Klasse der kleinen Kompakten allemal, um in jeder Situation und selbst voll beladen, dann immerhin deutlich über eineinhalb Tonnen schwer, mitzuhalten.
Der Verbrauch wird in der Stadt mit 7,2 Liter angegeben. Außerstädtisch liegt er in jedem Fall deutlich unter 5 Liter, werksseitig werden sogar 4,5 Liter versprochen. Im Durchschnitt 5,5 Liter sind aber wohl selbst im Vergleich zur Konkurrenz aus Ingolstadt und Wolfsburg sehr passabel. In der Ausstattungsvariante L kostet das Auto 12 790 Euro als Dreitürer. Als GLS mit 5 Türen kostet er 14690 Euro.
Natürlich gibt es neben dem Dreizylinder auch noch die beiden bekannten Ottomotoren: Der kleinere hat 1,3 Liter Hubraum und 55kW/75 PS, der größere 1,5 Liter und 75 kW/102 PS. Alle drei Motoren sind mit Vierstufen-Automatik lieferbar. ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung sind Serie, die sonstigen Sicherheitsfeatures, die man von einem modernen Auto erwartet, auch.
Zum Van: Praktisch ist er schon, der kleine Hyundai-Matrix - hoch genug für alles Sperrige, variabel durch die verschiebbare Sitzbank im Fond und bequem für Fahrer und Mitfahrer dank aufrechter Sitzposition. Flott ist das Auto auch. Seine 82 PS sind gut für Tempo 160 in der Spitze. Doch sparsam wird der Kleine erst durch den neuen Diesel, den ihm die Koreaner jetzt verpassen. Obwohl sie den Bedarf an Selbstzündern nur in Europa ausgemacht haben, legen sie eine völlig neu konstruierte Baureihe auf - neben den Vierzylindern für die größeren Modelle auch Dreizylinder für die kleineren.
Alle sind mit Common-Rail-Direkteinspritzung von Bosch und sogar mit einer Ausgleichswelle ausgestattet. Der Matrix 1.5 CRDi tritt kräftig an und schluckt nicht mehr als 6 bis 7 Liter Diesel pro 100 Kilometer bei durchaus erträglichem Fahrgeräusch. Erst bei hohen Touren wird er laut, gibt sich aber im Stadtbetrieb sanft und angenehm. Damit passt der Motor zum Auto, das innen mit ansehnlichem Material ausgekleidet ist, das keineswegs so billig wirkt wie etwa der Elantra, dessen Bodengruppe dem Matrix zugrunde liegt. Das ansehnliche Äußere des kleinen Matrix stammt übrigens von keinem geringeren als dem italienischen Karossier Pininfarina, dessen Design ihn aber höher und kleiner erscheinen lässt, als er tatsächlich ist. Eigentlich zählt er zur Kategorie der Kompakt-Vans wie Renault Scenic oder Opel Zafira, die allerdings 17 bzw. 30 Zentimeter länger sind und immerhin 2660 bzw. 4610 Euro mehr kosten als der sehr kompakte Koreaner.
Gerade für die Länder zwischen Elbe und Oder kann sich der koreanische Autobauer mit diesen beiden Modellen Hoffnungen machen, wie die Erfahrung seit dem Start von Hyundai in Deutschland mit dem «Pony» zeigt. Bis heute wurden immerhin mehr als 260 000 Einheiten von Hyundai Deutschland verkauft. Der größte Autobauer, der selbst Kia geschluckt hat und zu 10 Prozent dem DaimlerChrysler-Konzern gehört, hat in Südkorea 49 Prozent Marktanteil.
Der Hyundai Motor Deutschland GmbH ist es vor allem wegen ihres engmaschigen Händlernetzes mit 410 Stützpunkten gelungen, große Akzeptanz zu erreichen. Die Palette attraktiver Modelle vom Coupé bis zum Van der erst 1967 gegründeten Hyundai Motor Company machte das Unternehmen in gerade 35 Jahren zum Global Player der internationalen Autoindustrie.