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Von Norbert Gisder; Jenny May 1. April 2006, 00:00 Uhr

America's Cup: United Internet Team Germany sucht 2. Skipper

Wo steht die Deutsche Kampagne zum America's Cup? Mit dem United Internet Team Germany hat Deutschland den Sprung in die höchste Liga des internationalen Segelsports geschafft. Der 50-Millionen-Euro-Aufwand der deutschen Aktivitäten wird von Michael Scheeren, Syndikatschef, gemanaged. Mit ihm und Pressesprecher Marcus Schaps sprachen Jenny May und Norbert Gisder im Axel-Springer-Journalisten-Club in Berlin.

DIE WELT: Herr Scheeren, Syndikatschef hört sich ein bißchen nach Mafiaboß an?

Michael Scheeren: Ich sehe mich als Leiter des Teams. Letztlich ist es eine Managementaufgabe. Wir haben 50 Mitarbeiter, darüber hinaus weitere für Marketing und Presse. Für Spezialthemen, Segeln, Bootsbau etc., gibt es Spezialisten.

WELT: Direktoren?

Scheeren: Nein. Wir haben den technischen Leiter, das ist Herr Eberhard Magg, für Technik und Bootsbau zuständig. Und den Skipper, das ist Jesper Bank.

WELT: Klingt nach schlankem Management. Wofür ist Geldgeber Dommermuth zuständig?

Scheeren: Ralph Dommermuth ist Chef des Hauptsponsors und hat natürlich an vielen Stellen Wünsche. Ansonsten mischt er sich in das Tagesgeschäft nicht ein.

WELT: Wieviel Geld kommt vom Hauptsponsor?

Scheeren: Das Gesamtbudget für die Kampagne wird bei rund 50 Millionen Euro liegen.

WELT: Wie weit ist das Basecamp?

Scheeren: Wir haben mit dem Bau begonnen und wollen Ende März mit dem Rohbau fertig sein. Ich rechne mit einem Fertigstellungstermin Ende Juni. Zumindest wollen wir so weit sein, daß wir Schiff und Mannschaft, Büros, Werkstätten, Gymnastikräume vor Ort haben. Dann werden wir ein, zwei Monate länger brauchen, um unseren Hospitality-Bereich wie Dachterrasse usw. fertigzustellen.

WELT: Lassen Sie bei der Planung des Basecamps andere Teams durchs Schlüsselloch gucken?

Scheeren: Das Thema Sicherheit spielt sicherlich eine große Rolle. Jedes Team wird sich natürlich absichern und sich keinesfalls in die Karten gucken lassen.

WELT: Ihre Zielgruppe sind ja nicht nur Wassersportler.

Scheeren: Das ist richtig. Die Zielgruppe ist größer. Es geht generell darum, den Bekanntheitsgrad unserer Marken zu steigern.

WELT: Möchte man überhaupt noch einen zweiten Sponsor haben?

Scheeren: Das ist eine Frage, die noch nicht abschließend geklärt ist. Wir haben die Kampagne durchfinanziert und stehen deshalb nicht unter Druck, einen zweiten Sponsor finden zu müssen. Entscheidender Punkt ist, daß er zu uns passen muß.

WELT: Wäre das etwa ein großer Autohersteller? Oder das Dänische Bettenlager?

Scheeren: Das Dänische Bettenlager sicher nicht, aber ein deutscher Autohersteller ist möglich. Es geht neben der Frage der Erschließung von Finanzierungsquellen darum, daß ein potentieller weiterer Sponsor technische Kompetenz haben muß. Der Hauptsponsor steht für Innovation und technische Kompetenz. Jemand, der weiterhelfen könnte bei der Entwicklung von Materialien und Ingenieurleistungen, würde grundsätzlich gut passen.

WELT: Sie zielen auf einen siebenten Platz in diesem Am-Cup. Wann werden Sie perspektivisch weiter nach vorne gehen?

Scheeren: Im nächsten Cup, das ist der Anspruch. Zunächst wollen wir erfolgreich segeln. Zum Cup 2012 kann es mehr werden.

WELT: Welche Teams wollen Sie hinter sich lassen?

Scheeren: Sie kennen die vier Top-Teams. Ich glaube, alle anderen sind grundsätzlich zu schlagen. Auch die Spanier sind gut aufgestellt, zumal sie zwei Boote haben. Wenn sie sich die Situation der anderen Teams anschauen, kann ich nicht feststellen, daß neben den vier Top-Teams das eine oder andere viel professioneller aufgestellt sein soll als wir. Ich würde sagen, wir müssen vor sonst niemandem Angst haben.

WELT: Planen Sie einen 2. Cupper?

Scheeren: Das ist eine Überlegung, die wir tatsächlich anstellen.

WELT: Hängt das wiederum vom zweiten Sponsor ab?

Scheeren: Nein. Wenn wir zu der Entscheidung kommen, einen zweiten Cupper zu bauen, ist der auch finanziert. Wir sehen einen zweiten Cupper nicht unter dem Aspekt, daß es eine zweite Kampagne, eine zweite Segelmannschaft geben muß, um beide gegeneinander antreten zu lassen. Wir denken nicht an eine Zwei-Boot-Kampagne, weil es zeitlich zu spät wäre. Ein Argument, das dafür sprechen könnte, wäre jedoch das Thema Sicherheit. Wir haben jetzt nur ein Schiff. Und wenn während der Louis Vuitton Cups etwas mit dem Cupper passieren würde, hätten wir kein zweites Boot, kein Backup. Weiteres Argument wäre, daß man zum nächsten Cup zwei Schiffe zur Verfügung hätte. Bis Mai werden wir entscheiden.

WELT: Wann kommt der neue, gerade im Bau befindliche Cupper zum Einsatz? Bei den nächsten Acts, vom 11. bis 21. Mai in Valencia, wird er ja noch nicht gefahren.

Scheeren: Richtig, der wird in den beiden Acts 10 und 11 in Valencia nicht dabeisein, aber er wird zwischen den Acts sicher getestet.

WELT: Sie haben die Yacht eher auf Sicherheit gebaut?

Scheeren: Nein, Herr Magg würde sagen, wir haben ein gutes Boot gebaut; nicht das letzte Kilo rausgeholt und sind mit Vorsicht an Stabilitätsfragen herangegangen.

WELT: Ist Jesper Bank zufrieden mit dem Trainingsstand? Hat er noch Wünsche?

Scheeren: Das Segelteam ist weitgehend komplett. Die Mannschaft steht. Wir suchen allerdings noch zwei Leute. Wichtig ist, daß wir noch einen Ersatzskipper für den Fall suchen, daß Jesper Bank krankheits- oder verletzungsbedingt ausfällt. Sonst stünden wir in einem solchen Fall ohne Skipper da. Jesper Bank ist der Aktivposten und macht Vorschläge.

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