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Wettkampf der Familienkisten

Chrysler Voyager und Renault Espace haben vor 15 Jahren das Segment der Maxi-Vans begründet. Der so genannten Full-Size-Kategorie mit bis zu neun Sitzplätzen folgten die Kompakt-Vans der 4,50 Meter-Kategorie. 700 000 wurden 1999 in Deutschland verkauft. 1,5 Millionen werden es 2002 sein. Immer mehr Hersteller konkurrieren in dieser Nische.
Kia hat mit dem neuen Carens einen sportlichen Kompakt-Van vorgestellt, der weit mehr ist als ein Facelift des Fünfsitzers. Innen wie außen wurde der Carens umfassend modernisiert. Außerdem haben die Koreaner ihm einen neuen 2,0-Liter Diesel mit Common-Rail-Technologie verpasst.
Vor allem am Fahrwerk und an der sehr steifen Rohkarosserie haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Mit dem Carens hat Kia erstmals einen kleinen Familien-Van bei den Händlern, der so recht für die Schlagloch- und Buckelpisten zwischen Elbe und Oder taugt. Die Federung ist sehr straff, dennoch so komfortabel, dass der kleine Lastesel mit großer Leichtigkeit schafft, was selbst teurere Limousinen so kaum bewältigen: Der Carens der neuen Generation «bügelt» kistentiefe Löcher der Lehm-, Schotter- und Wellenpflasterpisten des Berliner Umlandes einfach glatt. Wie lange die Technik hält und das Abenteuer gut geht, konnten die ersten Tests dieser Tage natürlich noch nicht erweisen. Dass der kompakte Van seine Aufgabe sportlich nimmt und die Arbeit gut tut, vor allem dann, wenn er ordentlich beladen wird, zeigte der Carens vom Fleck weg.
Dabei macht sich das Auto nun auch für Langstreckenfahrer interessant: Der neue 2,0-Liter-Common-Rail Diesel ergänzt die bisherige Palette der Otto-Motoren mit 1,6 und 1,8 Liter. 113 PS (83 kW) bei 4000 Umdrehungen pro Minute, vor allem aber das sehr ordentliche Drehmoment von 245 Nm schon bei niedrigtourigen 2000 Umdrehungen pro Minute machen den Carens zu einem Van, den man als durchzugsstark bezeichnen darf: 14,0 Sekunden von 0 auf 100, 171 km/h Höchstgeschwindigkeit auch unter Last, das klingt gut. Dass das Auto mit der sehr einfachen Automatik nicht unter 10 Liter im Drittelmix verbraucht, ist allerdings unzeitgemäß und viel zu viel, selbst wenn man honoriert, dass der Wagen mit Schaltgetriebe unter günstigsten Umständen auf Überland-Tour nur knapp 5 Liter benötigt.
Nachdem sich der Marktanteil in diesem Segment in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt hat, wird die Konkurrenz also mit Korea rechnen müssen. Bei 4,49 Metern Länge, 1,75 Meter Breite und 1,61 Meter Höhe ist das stadttaugliche Langstreckenauto vor allem für Opel Zafira, Renault Scénic und Citroën Picasso ein kampfstarker Wettbewerber.
Konkurrenzfähig ist auch der Preis: Ab 16 440 Euro kann man die LX-Version, ab 17 590 Euro die EX-Ausstattungslinie bestellen. Das zeitgemäße Exterieur mit Kanten und klaren Konturen findet im Innenleben seine Fortsetzung.
Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Seitenairbags, gutes ABS, vier sehr gut zupackende Scheibenbremsen, größere Reifen (205er auf 15-Zoll-Felgen), elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage und mehr sind serienmäßig. Einpacken kann man 422 Liter, wenn 5 Erwachsene Platz nehmen, bis zu 1632 Liter sind es auf der nun flachen Ladefläche hinter den beiden Vordersitzen.