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Ein starkes Stück Sehnsucht aus Japan

Von Norbert Gisder 12. Juli 2003, 00:00 Uhr

Erster Fahrbericht über den Nissan 350 Z - der Nachfahre des legendären Datsun 240 Z gilt als Kultauto, noch bevor er in den Salons zu sehen ist

Die Amerikaner haben es besser. Dort ist Nissans neuestes Sportcoupé, der 350 Z, schon seit Monaten auf den Highways unterwegs. Warum das etwas Besonderes ist? Bei diesem einzigen legitimen Nachfahren der legendären Z-Sportwagenreihe, die dem Datsun 240 Z von 1969 folgte, handelt es sich um eines der von den Fans am sehnlichsten erwarteten Sportcoupés des Jahres. Wenn der 350 Z im Oktober auch in Deutschland rollt, werden Profi- und Hobby-Rennfahrer, denen die Konkurrenz-Modelle von Audi TT über BMW Z4 bis zu Porsches Boxster zu teuer sind, auch Chryslers neuen Crossfire zum Vergleich heranziehen. In keinem der Wettbewerber werden sie so viel Historie und Modernität zugleich entdecken. Kaum ein zweites aktuelles Sportcoupé vereinigt in dem Maße wie der 350 Z Nostalgie und die Werte der Tradition mit Hochtechnologie und den Potenzialen von morgen. Dementsprechend unbeeindruckt zeigten sich die Ingenieure des 350 Z von den Aufgeboten der Konkurrenz. Bei ersten Fahrtests zwischen Nürnberg und Pegnitz wird schnell klar, wie berechtigt derlei Selbstbewusstsein ist: Die neueste japanische Rennmaschine mit dem gewichtsoptimierten Sportfahrwerk reagiert in allen relevanten Verkehrssituationen nahezu perfekt. Das beginnt beim Sprint: Der mit gerade 1500 Kilogramm eher leichtgewichtige Hecktriebler wird von dem längs eingebauten V6-Motor mit 3,5 Liter Hubraum und 206 kW/280 PS Leistung in weniger als sechs Sekunden von auf 100 km/h beschleunigt, in deutlich weniger als 38 Metern verzögerten die vier großen, innen belüfteten Brembo-Bremsen mit Unterstützung von ABS, EBD und Nissan-Bremsassistent den Zweisitzer von Tempo 100 bis zum Stillstand. Ohne auszubrechen, aus der Spur zu geraten oder aus sonstigen Gründen die Schweißdrüsen des Piloten zu aktivieren. 363 Nm maximales Drehmoment (bei 4800 U/min) werden über eine einteilige Kardanwelle aus Kohlefaserverbundmaterial auf die Hinterräder gestemmt, Sperrdifferenzial und elektronische Traktionskontrolle sorgen dort für optimalen Grip auf unterschiedlichsten Straßenbelägen. Und das gleichermaßen gut bis zur Höchstgeschwindigkeit, die bei 250 km/h übrigens wesentlich sanfter elektronisch abgeregelt wird, als dies die abrupten Verzögerungen bei sportlichen Spurts erwarten lassen, wenn die unteren Gänge ausgereizt sind und der Drehzahlmesser in den roten Bereich vorstürmt. Die aerodynamische Architektur von Chassis und Karosserie (mit einer kleinen Spoilerlippe auf dem markanten Heck) sowie die ausgewogene Gewichtsverteilung (53:47 Prozent) garantieren eine exzellente Straßenlage. Dabei neigt sich die Karosserie gerade beim sportlichen Kurvenfegen kaum, die sehr direkte und feinfühlige Lenkung garantiert in jeder Situation ein sicheres Gefühl für die Straße.

Dass die 18-Zoll-Felgen mit den vorn etwas schmaleren 225/45 R18- und hinten wuchtigen 245/45 R18-Spezialreifen von Bridgestone ebenso wie die präzise Sechs-Gang-Handschaltung - übrigens made by Nissan - exzellent die Fahrleistungen unterstreichen, sei hier nur am Rand erwähnt. Im Normzyklus verbraucht der 350 Z nach Werksangaben 11,1 Liter auf 100 Kilometer. Dass er die steuerbegünstigte D4-Abgasnorm erfüllt, schont auch in Zukunft die Geldbeutel seiner Fahrer. Dass der Nissan 350 Z mit 235 Liter Volumen einen geradezu GT-fähigen Kofferraum hat, erhöht seine Alltagstauglichkeit weiter. Dabei gewährt die große Hecköffnung, die gut zu beladen und auch von den Sitzen zu erreichen ist, trotz der zur Versteifung eingebauten Querstrebe attraktive Einblicke. Zum Verkaufsstart des Zweisitzers im Oktober zu Preisen ab 35 900 Euro wird der japanische Porsche-Jäger mit einem Premium-Pack ausgerüstet sein, das kaum Raum für Extras lässt. Erst von Januar 2004 an wird es das für 33 500 Euro etwas abgespeckte Basismodell geben. Serienmäßig bestückt ist der Wagen aktuell mit ABS, ESP, sechs Airbags, Klimaautomatik, CD-Wechsler und Xenon-Leuchten. Zum "Premium-Pack" gehören ferner Lederpolster, Tempomat und Bose-Sound-System.

Übrigens: Kaum da, schon zeigen Tuner, dass das Auto durchaus auch ihre Fantasien beflügelt. Bei der Tuning World Bodensee präsentierte die KW automotive GmbH den ersten getunten Nissan 350 Z. Zwar ist die Leistungssteigerung von 280 auf 287 P, von 363 auf 372 Nm Drehmoment minimal, dafür wurde die Optik durch Tieferlegung sichtbar verändert. Weitere Modifikationen werden denkbar. Von stärkeren Motoren über praller gefüllte Radhäuser, Glaspanoramadach, bis hin zu einer Cabrio-Version. Für den US-Markt ist die auch bereits angekündigt, für Deutschland aber noch nicht. Die Amerikaner haben es eben besser.

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